Aus der Vereinsgeschichte der DJK Lintfort

Im Jahre 1926 wurde, nachdem schon vorher ein lockerer Spielbetrieb bestand, die “Deutsche Jugend Kraft Lintfort” gegründet. 

Der Jugend-Präses von St. Joseph, Kaplan Terhorst, hatte die Gründung vorbereitet.Nach den Statuten des Gesamtverbandes der DJK war es notwendig, einem Stammverband angeschlossen zu sein. Man wählte dazu den Kath.-Arbeiterverein. Dessen Präses, Kaplan Theo Jansen und Vorsitzender Heinrich Brey, waren starke Förderer der DJK. Nicht zu vergessen ist die wertvolle Arbeit des besten Freundes Pfarrer Jeurgens. 

Franz Altgaßen wurde Vorsitzender und leitete den Verein mit großer Unterstützung von Heinrich Lohölter und den oben Genannten bis zum Verbot im Dritten Reich im Jahre 1935.

In den Anfangsjahren nach der Gründung legte man größten Wert auf den Turnbetrieb. Die Turnhalle an der Josefsschule war von der DJK immer stark belegt. Heinrich Lohölter war hier der große Mann, der immer beste Riegen an allen Geräten hatte. Die Erfolge blieben auch nicht aus. Im Geräteturnen und Aufmärschen mit Pyramidenbau war die DJK im Kreis und darüber hinaus unschlagbar. Das zeigte sich auch darin, dass allein Heinrich Lohölter 1927 Bezirksmeister im Geräteneunkamp, 1928 Meister im Geräteachtkamp, 1929 Sieger an drei Geräten und Vereinsmeister, 1930 in Dortmund beim Reichstreffen 1. Sieger wurde, wo auch Franz Altgaßen sich einen Goldkranz holte. Aus den Turnen heraus bildete sich die Handballabteilung. Sie hatte auch beste Erfolge zu verzeichnen und spielte schon 1932 in den Deutschen Meisterschaftsspielen mit und kam bis zur Zwischenrunde. Sie schlug auch vorher bei den Westdeutschen Meisterschaften in Münster die Universitätsmannschaft Münster auf eigenem Platz. 

Dass der Fußball den größten Betrieb stellte, war auch für die damaligen Verhältnisse ganz natürlich. Er brachte auch die besten Erfolge und man spielte in der zweithöchsten Klasse. 

Eine leidige Frage war immer für den Ballsport die Platzfrage. 

Der erste Platz, auf dem gespielt wurde, lag vor dem Kamper Berg, gegenüber der Firma Willing. Später wurde dann auf einem Gelände hinter der Bäckerei Holland gespielt. 1932 wurde durch die Hilfe der Präsides Thonemann und Oomen mit freiwilligen Kräften seitlich der Moerser Straße ein Sportplatz erstellt. Davon sollte die DJK allerdings nicht lange Freude haben. 1935, nach der unseligen Machtergreifung, wurde die DJK verboten und ihr Vorsitzender, Franz Altgaßen, wurde, da er sich nicht mit allem abfand, als der Kopf der ganzen Bewegung zweimal inhaftiert. 

In den Jahren bis zum Verbot 1935 gehörten der DJK Lintfort etwa 150 aktive Sportler an. 

Es könnte noch manches dazu gesagt werden, aber das wäre der falschen Bewegung zu viel Ehre angetan. Die Mitglieder selbst blieben ihrer Sache, der DJK, treu, so wie sie immer, gestern wie heute, eine verschworene Gemeinschaft waren. Zum Beispiel war es ergötzlich, wie die DJK-ler auf der Arbeitsstätte, besonders im Pütt, ihr DJK-Trikot trugen. 

Handballmannschaft 1926
Pezia, Häring, Lohölter, Golorey, Reiter, Gebr. Jentsch, Wiorek, Zeggel, Burzinski, Stelmaczek und Betreuer Lenzen.

Erste Fußballmannschaft 1932
Pustkowski, Schmitz, Mühleneisen, Tilinski, Weyers, Kruse, Niehues, Schönke u. Gebr. Gagowski

… die Wiedergründung

Bereits 1953 und 1954 versuchte Herr Kaplan Jansen von St. Marien, in den fußballspielenden Gruppen der kath. Jugend für einen DJK-Verein zu werben. Aber in Lintfort war Handball die erste Trumpfkarte und so richtete sich das Sportinteresse beinahe ausschließlich auf den Großverein TuS Lintfort.

Aber – steter Tropfen höhlt den Stein -, im Sommer 1955 setzte sich eine kleine Schar unter Herrn Altgaßen und Herrn Lohölter zusammen und die 1935 verbotene DJK formte sich nun auch in Lintfort wieder neu! Da auch Pfarrer Jürgens diesen Interessen wohlwollend gegenüberstand, stellte er den Pfarrsaal von St. Josef für Versammlungen zur Verfügung. Am 14. August 1955 fand dann im Pfarrsaal die Versammlung auf Wiedergründung statt und die Anwesenden wählten den DJK-Vorkämpfer Herrn Altgaßen zum 1. Vorsitzenden. Dem ersten Vorstand der wiedergegründet DJK Kamp-Lintfort gehörten an:

Geistlicher Beirat: Kaplan Jansen
1. Vorsitzender: Franz Altgaßen
2. Vorsitzender: Günter Guyens
Geschäftsführer: Paul Kluge
1. Kassierer: Hans Härtel
Fußballobmann: Hans Härtel
Jugendobmann: Rudolf Oppitz
Jugendbetreuer: Helmut Stechmüller

Als Vereinsfarbe wurde “Blau – Weiß” gewählt, die Farbe, die schon vor dem Verbot die Vereinsfarbe war. Als Sportplatz baute der Verein den platz hinter der marienkirche wettkampffähig aus und benutzte ihn zusammen mit den Jungen des Don-Bosco-Heimes. 

Gewiss, war der Anfang schwer, denn es gab im Kreis Moers nur noch in Xanten und Meerbeck einen DJK-Verein und es war nicht einfach, eine einseitige Meinug gegen die DJK auszuräumen. Doch Sportler – und gerade Fußball – verstehen scih schnell, und als man sah, dass die DJK Kamp-Lintfort doch ein brauchbarer Verein war, kam der Spielbetrieb schnell in Gang. Die Erfolge in den Freundschaftsbegegnungen machten Mut und so meldete der Vorstand für das pieljarh 1956/1957 eine 1. Mannschaft und eine Reserve. Die Jungen mischten so gut mit, dass es allen Auftrieb gab und der Verein immer größer wurde. Als 1957 135 Mitglieder zu verzeichnen waren, stellte sich Herr Altgaßen aus gesundheitlcihen Gründen nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden. Aber die Jguend rückte nach und so gab es keinen Stillstand. Mittlerweile war auch ein neuer Kaplan an St. Marien, der ein ganz großes Herz für die DJK hatte. Mit Kaplan Eling wurde unsere Jugendarbeit angekurbelt und bald spielten drei, 1958 sogar vier Jugendmannschaften. K.-H. Hoever, der bereits seit zwei Jahren den Verein führte, konnte in der Jahreshauptversammlung 13 treuen Mitgliedern die Silbernadel des Vereins überreichen. 

Der Vorstand setzte sich nun so zusammen:

Geistlicher Beirat: Kaplan Eling
Ehrenvorsitzender: Franz Altgaßen
Vorsitzender: Karl-Heinz Hoever
Vorsitzender: Wilhelm Schneiders
Geschäftsführer: Paul Kluge
2. Geschäftsführer: Karl-Henz Vinnbruck
Kassierer: Hans Härtel
Fußballobmann: Hans Härtel
Jugendobmann: Rudolf Oppitz
Jugendbetreuer: Helmut Stechmüller

1955: So spielte die erste Fußballmannschaft:
Erhardt, Schütz, Lehmann, Jeschka, Vinnbruck K.-H., Michels, Hitpass S., Op de Hipt, Heinrich, Stenger, u. Willms

1959 – Nach harter aber gewonnener Schlacht bei der DJK Wardt dem Aufstieg entgegen: Vinnbruck K.-H., Schubert, Op de Hipt, Schywek, Heinrich, Jeschka, Hitpass, Willms, Vinnbruck H.-E., Böttcher, Stenger

Die Versuche, Tischtennis- oder Leichtathletik-Abteilungen zu bilden, scheiterten bald wieder. Aber umso mehr steigerten sich die Fußballspieler unter Trainer Emmerich von Jahr zu Jahr und nach der Saison 1958/1959 war der Aufstieg in die 1. Kreisklasse geschafft.

Es ging auf und ab: Es folgte der Abstieg, und bald ging es wieder aufwärts!

Neben dem Sport gehört zum Weiterkommen auch ein Sportgelände, und so bauten die Vereinsmitglieder zunächst den Sportplatz aus und nannten ihn stolz: “Sportplatz am Südtor”. Nach harter Knochenarbeit war aus der Müllkippe ein brauchbarer Sportplatz geworden.

Unsere Fußballer mischten überall gut mit und als 1964 der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksklasse glückte, wurde eine Woche lang gefeiert. Die stolze Leistung und auch der moralische Inhalt des Vereins gaben dann endgültig den Anstoß, für neue Umkleidemöglichkeiten zu sorgen. Der Verein wurde in das Vereinsregister eingetragen und nach Verhandlungen mit der Zeche und der Bezirksregierung in Düsseldorf war dann Grundstück und Finanzierung gesichert.

Die A-Jugend wurde Gruppensieger und in den Spielen um die Kreismeisterschaft belegte sie den zweiten Platz. Die Jugendabteilung wuchs ständig und bald spielten 2 Jugendmannschaften, eine Schüler- und zwei Knabenmannschaften.

Nachdem schon Herr Altgaßen und Herr Lohölter mit der goldenen Nadel des DJK-Verbandes ausgezeichnet waren, wurde unserem nimmermüden Heinrich Lohälter anlässlich seines 70. Geburtstages die goldene Ehrennadel des Kreises 7 überreicht. Aber auch der Verein ehrte einige Mitglieder mit Gold- und Silbernadeln und sagte so sein “Dankeschön” für die geleistete Arbeit.

Unser Ehrenvorsitzender wurde 1964 als 2. Vorsitzender in den DJK-Kreisverband Niederrhein gewählt. Auf unsere Anregung hin wurden die beiden Kreise am Niederrhein wieder zusammengelegt. Aber trotzdem ist es für uns immer sehr schwierig, Verbindung zum Kreisverband zu bekommen, da unser Ort zu sehr am Rand der Diözese liegt.

Arbeit, Sorge und viel Mithilfe aller Vereinsmitglieder, so wurde hier im südlichen Teil von Kamp-Lintfort ein Sportverein aufgebaut, der neben Fußball auch besonders Jugendbetreuung und Jugendpflege betreibt. Mit der Moral und der Kraft, wie echte Sportler ihre Aufgaben sehen sollen, haben wir unter Einsatz aller Vereinsmitglieder ein neues Ziel erreicht: Das Sportheim ist fertiggestellt. Gleichzeitig können wir auf unser 40-jähriges Bestehen zurückblicken, und dies sollte ein angenehmer Zweiklang sein!

Viele Aufgaben warten noch auf uns, und wir sind sicher, dass wir nicht müde werden, einen sauberen, sporttreibenden Verein zu erhalten, zum Wohle unserer Mitglieder und zur Ehre des DJK-Verbandes und des Kreises 7 im Fußballverband Niederrhein, sowie aller evtl. hinzukommenden Fachverbände.